Abwarten oder nicht? Hautknoten bei Hund und Katze

„Wir warten erst mal ab und beobachten“

Häufig hört man diesen Satz von Besitzern, aber auch Tierärzten wenn Hautknoten oder andere Zubildungen beim Tier entdeckt werden.

Aber ist es wirklich sinnvoll abzuwarten und zu beobachten, wenn man bei seinem Tier einen „Knubbel“ festgestellt hat?

Wenn man abwartet, gibt es genau drei Möglichkeiten: Die Zubildung verschwindet, bleibt gleich oder sie wird größer.

Verschwindet der „Knubbel“, was sehr selten passiert: Glück gehabt! Bleibt er aber gleich oder wächst er, weiß man immer noch nicht um was es sich handelt - man hat aber einem potentiell bösartigen Tumor möglicherweise Zeit verschafft, inoperabel in die Tiefe zu wachsen oder im Körper Metastasen zu verteilen.

Lungenmetastasen
Lungenmetastasen

 

Auch Beobachten hat bei Zubildungen keinen Sinn, denn es gibt keine Blickdiagnosen! Man kann einem Knoten nicht ansehen, ob er gut- oder bösartig ist.

Mastzelltumor
Sieht harmlos aus: Bösartiger Mastzelltumor beim Hund

 

Also: Abwarten und Beobachten verschwendet Zeit! Zeit, die im Fall eines bösartigen Tumors lebensentscheidend sein kann.

Daher sollte auch bei scheinbar harmlos aussehenden „Knubbeln“ mindestens eine sogenannte FNA, eine Feinnadelaspiration durchgeführt werden. Bei einer Feinnadelaspiration wird ohne Narkose und nahezu schmerzfrei für das Tier eine ganz dünne Nadel in die Zubildung gestochen und Zellen entnommen. Diese Zellen werden auf einem Objektträger ausgestrichen und von einem Histopathologen beurteilt. Sehr oft kann anhand der so gewonnenen Zellen diagnostiziert werden, um welche Art Zubildung es sich handelt. Handelt es sich um einen gutartigen Knoten, kann man tatsächlich abwarten und muss erst dann einschreiten, wenn der Knoten wächst, mechanisch stört oder sich entzündet.

Handelt es sich um einen bösartigen Knoten, wird die Tumorart vom Histopathologen in der Regel genau diagnostiziert. Mit diesem Wissen kann dann ganz gezielt operiert werden. Man weiß von vornherein, ob eine einfache Tumorentfernung ausreicht oder ob z.B. ein bestimmter Sicherheitsabstand zum Tumor eingehalten werden muss, was oft eine kompliziertere Operation nach sich zieht. Ohne vorherige Beurteilung per Feinnadelaspriration o.ä. sind daher oft eigentlich vermeidbare Nachoperationen nötig.

Finden Sie bei Ihrem Tier einen „Knubbel“, gilt daher: „Piksen statt abwarten“. Eine Ausnahme sind  Gesäugeknoten, hier funktioniert eine Diagnosestellung nach Feinnadelsapriration nicht, Gesäugeknoten sollten immer zügig im Ganzen entfernt werden.

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