Katzenfütterung: Trocken oder nass?

Die Gretchenfrage der Katzenfütterung:  Nass- oder Trockenfutter?
 
 
Dazu ein kleiner Versuch aus unserer Küche.
20190328_123620Der Magen einer durchschnittlichen 4-kg-Katze fasst ungefähr 150 ml. Das ist ungefähr so viel, wie in dieses kleine Trinkglas passt.
Da Katzen ein mechanisches Sättigungsgefühl haben, fressen sie - wenn genug da ist - bis ihr Magen voll ist, also ca. ein Volumen von 150 ml
Frisst eine Katze 150 ml Nassfutter,  nimmt sie damit etwa 150 kcal auf. Frisst sie das gleiche Volumen an Trockenfutter,  nimmt sie damit das Doppelte, 300 kcal auf!

Der Tagesbedarf einer 4-kg-Durchschnittskatze beträgt etwa 250 kcal.

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Schlägt sich also eine Katze auch nur einmal am Tag den Bauch mit Trockenfutter voll, so hat sie schon 20% mehr Kalorien aufgenommen, als sie den ganzen Tag über verbraucht!  Und Kalorienüberschüsse werden vom Körper als Fett gespeichert...
Trockenfutter macht also dick und sollte am besten nur als Leckerchen oder in kleinen Mengen in sogenannten "Activity-Feedern" gefüttert werden.
Empfehlenswerte Spielsachen zum Trockenfutter-Füttern finden Sie z.B. hier
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Zu viel Trockenfutter hat noch einen weiteren Nachteil:

Katzen nehmen in der Natur Flüssigkeit hauptsächlich über ihre Nahrung auf. Über das Trockenfutter nimmt eine Katze aber natürlich nahezu keine Flüssigkeit auf. Mit Trockenfutter gefütterte Katzen  trinken zwar mehr als mit Feuchtfutter gefütterte Katzen, Messungen haben aber gezeigt, dass das meistens nicht ausreicht, Trockenfutter-Katzen nehmen insgesamt weniger flüssigkeit zu sich als Feuchtfutter-Katzen. Eine gute Flüssigkeitsversorgung ist aber wichtig, um Nierenproblemen vorzubeugen.

Noch eine Anmerkung: Trockenfutter enthält in der Regel mehr Kohlenhydrate als Feuchtfutter, daher sollte bei Katzen mit Diabetes  eine Alternative gesucht werden.
Fazit:
Trockenfutter an sich ist  nicht schädlich für Katzen, zu viel Trockenfutter erhöht aber das Risiko für Übergewicht und Nierenerkrankungen. Deshalb empfehle ich:
Trockenfutter am besten nur in kleinen  Mengen und mit Activity-Feedern füttern. Wenn unbedingt größere Mengen Trockenfutter gefüttert werden sollen, dann das Futter streng abwiegen um es dem Energiebedarf der Katze anzupassen, das Gewicht der Katze regelmäßig kontrollieren  und  besonders viele attraktive Trinkmöglichkeiten anbieten.

4 Gedanken zu “Katzenfütterung: Trocken oder nass?

  1. Claudia

    Schade, dass heutzutage sogar TÄ diesen Unsinn vom "Wüstenstier" und den "Nierenleiden" ungefiltert aus dem Internet abschreiben.

    Vielleicht würde es helfen, sich mal mit den Anforderungen im Wüstenklima (Stichwort Bedarf bei 40 Grad), der dortigen Ernährung (Stichwort Wüstenmäuse und metabolisiertes Wasser) und den Studien über die Ursachen von Nierenleiden (Stichwort Studien von Nephrologie, keine Blogs) auseinander zu setzen.

    Könnte zu einer richtigen Beratung führen.

    Antwort
    1. diana

      Sehr geehrte Frau Heks (?),
      meine Beiträge zielen darauf ab, hochkomplexe wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich darzustellen. Ich schreibe dazu nichts aus dem Internet oder von Blogs ab, das habe ich nicht nötig, denn ich habe Tiermedizin studiert und bilde mich sehr intensiv fort. Sie zitieren mich mit "Wüstentiere" und "Nierenleiden", diese Wörter habe ich gar nicht benutzt, vielleicht haben Sie meinen Blog mit einem anderen verwechselt?
      Mit freundlichen Grüßen,
      Diana Ruf

      Antwort
    1. diana

      Lieber Leser,
      ActivityFeeder sind mit Futter gefüllte Spielzeuge, bei denen sich die Tiere um Futter zu bekommen, bewegen und anstrengen müssen. Sie können den Link im Artikel anklicken, dort finden Sie einige Beispiele.
      Herzliche Grüße,
      Diana Ruf

      Antwort

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